Kleinbachselten

Kirtagsgottesdienst zu Peter und Paul
Marterlsegnung am 31. Mai 2010

Patrozinium
Hl. Petrus und Hl. Paulus - 29. Juni

Chronik

Kleinbachselten ist mit Großbachselten eine Doppelsiedlung und liegt nördlich von Mischendorf. Bis  zur Gemeindezusammenlegung 1971 war Kleinbachselten eine selbständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister.
Neben Mischendorf und Kotezicken war Kleinbachselten ein sogenanntes Kleinadeligendorf.
Kleinbachselten wird erstmals 1387 als „Karaztus“ genannt, 1564 heißt es „Ujfalu aliter Kiskarasztos“. Die Bezeichnung „Ujfalu“ (Neudorf) weist darauf hin, dass die Siedlung nach einer Zerstörung oder Verödung wieder aufgebaut worden war.
Ende des 19. Jahrhunderts wanderten einige Ortsbewohner dem Trend folgend in die Vereinigten Staaten aus, um dort ihr Glück zu versuchen.
Nachdem 1921 das Burgenland zu Österreich kam war das Südburgenland von den natürlichen wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Zentren Steinamanger, Güns und St. Gotthard abgetrennt. Der Verlust des ungarischen Absatzmarktes führte zu einer Krise aller Betriebe und zum Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. Auspendeln der landwirtschaftlichen Saisonarbeiter nach Niederösterreich und ins Nordburgenland war die Folge. Auch Bauern und Holzarbeiter pendelten nach Wien aus.
Von 1926-1928 errichteten die Gemeinden Groß- und Kleinbachselten in Kleinbachselten eine eigene Volksschule, wo der Unterricht bis 2006 erfolgte.
Die beiden Ortschaften verbindet auch die gemeinsame Freiwillige Feuerwehr, die 1892 gegründet wurde.

Kapelle zu den Hl. Petrus und Paulus

Die Kapelle in Kleinbachselten wurde 1934 erbaut und ist den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht.
Wenn man vor der Kapelle steht kann man das Patrozinium von außen schon erkennen. Auf der linken Seite sieht man ein umgekehrtes Kreuz und auf der rechten Seite ist ein Schwert dargestellt die an die Art des Märtyrertods der beiden Apostelfürsten erinnert. Die Kapelle hat einen kleinen Turm der eine Glocke beinhaltet.

Glockenturm

Genau auf der Hottergrenze zwischen Groß- und Kleinbachselten wurde 1868 ein 7, 50 Meter hoher aus Eichenholz in Blockwerkbau ausgeführter Glockenturm errichtet. Er wurde seit dem 18. Jahrhundert wiederholt in seiner jetzigen Form erneuert. Heute ist das Dach statt mit Stroh mit Holzschindeln gedeckt.
Die Glocke ist Maria geweiht und wurde 1951 von der Glockengießerei Josef Pfundner gegossen.
Die Glocke ist Maria geweiht. Die Glockeninschrift lautet:
HL. MARIA, MUTTER DER IMMERWÄHRENDEN HILFE, BITTE FÜR UNS!
GROSSBACHSELTEN - KLEINBACHSELTEN 1951

Auf der Glockenkrone befinden sich unter anderem das burgenländische Landeswappen und das Bischofswappen von Josef Schoiswohl, dem damaligen Apostolischen Administrator des Burgenlandes.
Die Glocke wird bei Beerdigungen, jeden Freitag um 15 Uhr sowie täglich um 6, 12 und 19 Uhr geläutet.

Gottesdienstraum und Aufbahrungshalle

In der Regel findet jeden Montag in Bachselten eine Eucharistiefeier statt. Da die beiden Kapellen zu klein sind wird die Aufbahrungshalle auch als Gottesdienstraum verwendet.
Die Aufbahrungshalle wurde in den Jahren 1981-82 errichtet.

Roma-Gedenkstätte

Im Friedhof in Kleinbachselten wurde am 4. Oktober 2008 eine Gedenkstätte für die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Roma enthüllt.

Vor 1938 lebten in der Großgemeinde Mischendorf 223 Roma. 150 Roma wurden laut Aufzeichnungen nach Auschwitz deportiert. Darunter waren 106 Kinder. Von den 73 Roma haben etwa nur 10 bis 15 die Gräueltaten überlebt.

Die Gedenktafel soll der Romavolksgruppe einen Platz geben, wo sie ihrer ermordeten Angehörigen gedenken und für sie auch eine Kerze entzünden können.

Friedhof

Bis 1877 wurden die Verstorbenen der beiden Ortschaften in Mischendorf bestattet.
Seit diesem Jahr gibt es sowohl in Groß- als auch in Kleinbachselten einen eigenen Friedhof.