< Vorheriger Artikel
11.04.2020 16:00 Alter: 90 days

Predigt vom Ostersonntag


 

Auf Grund der aktuellen Situation veröffentlichen wir hier die Predigten von Pfarrer Pater Dominic vom jeweiligen Sonntag. Hier die Predigt vom Palmsonntag

Ostersonntag - 12. April 2020

Link zu den liturgischen Texten: Ostersonntag

Liebe Pfarrfamilie, frohe Ostern! Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes und freudvolles Osterfest. Auch wenn wir Ostern dieses Jahr zuhause in unseren vier Wänden feiern müssen, soll unsere Osterfreude sich davon nicht trüben lassen. Denn schließlich ist dieser Tag das Fundament unseres Glaubens. Wenn Christus nicht auferstanden wäre, wäre unser Leiden ohne Bedeutung, unser Glaube an Gott wäre umsonst, unsere Liebe wäre fruchtlos, unser Tod vergebens. Bischof Fulton Sheen hat einmal über den Ostersonntag gesagt: „Solange es in unserem Leben keinen Karfreitag gibt, wird es auch keinen Ostersonntag geben.“ Ostern ist die wichtigste Feier der Christenheit und alle weiteren Feste des liturgischen Kalenders drehen sich irgendwie um diese Osterfeier, sind mit ihr verbunden. Doch im Glauben betrachten wir Ostern nicht nur als Ereignis, das irgendwann einmal stattgefunden hat und längst vorbei ist. Nein, Ostern ist vielmehr eine fortdauernde Realität, weil Christus von den Toden auferweckt wurde.

 

Der österliche Geist der Freude und des Optimismus sollte das Leben eines Jeden prägen, der Christus nachfolgt. Und zu den christlichen Tugenden sollte auch der Humor zählen. Jemand hat mir mal eine Nachricht geschickt, die lautete in etwa: „Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst ohnehin nicht lebend da raus!“ Ja, tatsächlich: Man sollte das Leben und die Probleme nicht allzu ernst nehmen, sondern sich lieber einen Sinn für Humor bewahren. Das heißt nicht, dass man von früh bis spät Witze reißen soll. Vielmehr bedeutet es, die Probleme Schritt für Schritt anzugehen, dabei das Lachen nicht zu verlernen und trotz aller Schwierigkeiten den Weg im Glauben weiterzugehen. Es bedeutet, egal wie schwer unsere Probleme auch wiegen mögen, wir dürfen immer gelassen bleiben im Vertrauen darauf, dass Gott uns beistehen wird. Gleichermaßen sollen wir nicht zulassen, dass uns die harten Zeiten und Schwächen vernichten oder überwältigen. Vergessen wir nicht diese eine wichtige Sache: Der auferstandene Herr ist bei uns!

Heute fordert uns die Kirche auf, uns zu freuen und glücklich zu sein. Auch wenn wir momentan eine schwere Zeit durchlaufen, eine Zeit der Angst und Furcht, des Verrats, der Ungerechtigkeit, der Unterdrückung, der Lüge und der Missverständnisse, und selbst wenn es aussieht, als würde der Feind die Schlacht unseres Lebens gewinnen: Heute hat Christus gewonnen! Und wir dürfen gewiss sein, dass wir mit ihm alles überwinden werden.

Einer meiner Lieblingsverse in der Heiligen Schrift ist Johannes, Kapitel 20, Vers 15, als Jesus Maria Magdalena weinend vor dem Eingang des Grabes findet und sie fragt: „Frau, warum weinst du?“ In diesem Moment stellt Jesus keine rhetorische Frage. Er will wirklich wissen, warum wir uns sorgen, warum wir schluchzen und beunruhigt sind, obwohl doch die Hoffnung das Fundament aller Dinge ist und wir eigentlich nur danach greifen müssten.

An Ostern geht es um Befreiung und das ist besonders bedeutsam in Zeiten der Pandemie. Die Feier der Auferstehung ist die Chance für uns zu sagen: „Ja, Jesus, ich glaube!“ Wenn wir das tun, haben wir die Chance, nach der Hoffnung zu greifen, die ja schon längst da ist. Ostern ist die alljährliche Erinnerung, dass wir niemals alleine sind. Selbst in den dunkelsten Zeiten ist Gott immer bei uns. So, wie Jesus vor über zweitausend Jahren unter den Menschen lebte, lebt er auch heute mitten unter uns und erinnert uns daran, dass wir als Christen niemals ohne Hoffnung sind. Wir sind niemals verlassen oder in Dunkelheit und Verzweiflung alleine gelassen, weil Jesus ja immer bei uns ist. Er fordert uns immer wieder aufs Neue zur Hoffnung heraus, selbst in den dunkelsten Augenblicken, und er will uns immer daran erinnern, dass wir niemals alleine sind. Er begleitet jeden einzelnen unserer Schritte auf dem Weg.

Papst Johannes Paul der Zweite sagt: „Wir können Gott in allem finden und wir können in allen Dingen und durch alles mit ihm Gemeinschaft haben.“ Weil Er lebt und weil Er überall ist. Möge dieser Glaube und diese Hoffnung unser Herz an diesem Ostersonntag erfüllen. Möge der auferstandene Herr Euch alle segnen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lg
P Dominic