< Vorheriger Artikel
09.05.2020 00:00 Alter: 62 days

Predigt vom 5. Sonntag der Osterzeit - Muttertag


Auf Grund der aktuellen Situation veröffentlichen wir hier die Predigten von Pfarrer Pater Dominic vom jeweiligen Sonntag. Hier die Predigt vom

5. Sonntag der Osterzeit - 10. Mai 2020
Muttertag

Link zu den liturgischen Texten: 5. Sonntag der Osterzeit

Alles Gute zum Muttertag, liebe Mütter! Es ist nicht einfach, eine Mutter zu sein. Eine kürzlich veröffentlichte Studie besagt, dass eine Mutter, bis ein Kind 18 Jahre alt wird, rund 18.000 Stunden zusätzliche, kindbezogene Arbeiten verrichtet. Tatsächlich haben Frauen, die keine Kinder großziehen, statistisch gesehen drei Monate pro Jahr an zusätzlicher Freizeit im Vergleich zu den Müttern. Es ist nicht leicht, Mutter zu sein. Es fordert aufopfernde Liebe, wie man sie vergleichsweise ansonsten nur bei Gott findet.

Im Monat Mai ehren wir noch eine andere Mutter, nämlich Maria, die Mutter Jesu. Sie ist aber auch für uns wie eine Mutter. Und sie ist die Mutter der Kirche. Daher bitten wir heute Maria, unsere Mutter, in ihrem Ehrenmonat auch alle anderen Mütter zu segnen, die lebenden und die bereits verstorbenen, damit sie gestärkt, getröstet und belohnt werden und sie dabei unterstützt werden, gute Mütter zu sein.

Wir pflegen zu sagen, es gibt keine Liebe, die der Liebe einer Mutter gleicht. Eine Mutter liebt ihr Kind allein deswegen, weil es ihr Kind ist. Das Kind muss sich diese Liebe nicht erst verdienen. Es kann nichts dazu beitragen oder diese Liebe auch nur im Ansatz würdigen. Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist bedingungslos.

Jesus zeigt uns im Johannesevangelium die Quelle aller Liebe: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt.“ Gott der Vater zeugt seinen Sohn und gießt auf Ewig seine göttliche Liebe in ihn hinein. Der Sohn verdient sich dieses väterliche Liebe nicht, sondern er ist einfach diese Liebe des Vaters. Doch der Sohn gibt diese Liebe des Vaters dann weiter – an uns. „Ich liebe Euch, wie mich der Vater liebt.“
Jesu Liebe ist eine vergebende Liebe. Er versteht unsere Schwächen, er weiß um unsere Bemühungen, er weiß, unter welchem Druck wir oft stehen. Er kannte Petrus, wusste, dass der die Nerven verlieren und seinen Freund verraten würde. Er wusste, dass die anderen in Panik davonlaufen würden. Er sah sie als kleine Kinder, unfähig, die Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen.

Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren!“ Wenn wir Jesus mehr Platz in unserem Leben einräumen würden, hätten wir weniger Furcht, Sorgen und Ängste. Unsere Probleme würden sich nicht in Luft auflösen, das hat Gott uns nie versprochen. Selbst Jesus hatte große Probleme. Aber Jesus ist am dritten Tag auferstanden und er wird uns dabei helfen, uns ebenfalls über unsere Probleme zu erheben. Wir können die Schwierigkeiten im Leben viel besser mit Jesu Hilfe meistern, als ohne ihn. Deswegen ist es besser, sich auf Jesus zu konzentrieren, als auf die Probleme. Wenn wir Sorgen haben, wenden wir uns Jesus zu, der immer auf uns wartet. Er sorgt für uns wie eine Mutter.

Heute sagen wir Dank für den Segen all jener, die ihr Bestes gegeben und ihre gottgegebenen Fähigkeiten eingesetzt haben, um Gottes Geschenk des Lebens zu schützen, zu unterstützen, zu erhalten und zu lieben. Ein Segen, der jedem von uns so überreich zuteilwird durch das Leben unserer Mutter. Durch ihr Beispiel lehren sie uns, dass es möglich ist zu lieben, wie Jesus es uns aufgetragen hat: Großzügig und selbstlos.

So wollen wir an diesem Muttertag dankbar sein für das Geschenk unserer Mütter und Großmütter, jene, die noch unter uns leben und jene, die sich nun in Gottes Armen ausruhen, jene, die uns geboren haben, und jene, die uns großgezogen haben und die sich selbst hingegeben haben in ihrer Liebe und Sorge für uns, eine ganze Generation hindurch. Mögen alle Mütter reichen Lohn empfangen für das Werk ihrer Liebe. Amen.

Lg
P Dominic