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30.01.2021 18:47 Alter: 78 days

Predigt - 4. Sonntag im Jahreskreis - Mk 1,21-28


Wohl jeder von uns kann sich vermutlich an Menschen erinnern, die in unserem Leben einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben – positiv wie negativ. Vielleicht war es ein Großelternteil, ein Onkel oder eine Tante oder ein Elternteil, die uns geliebt und umsorgt haben. Vielleicht war es ein Religionslehrer, der uns im Glauben bestärkt hat und einen positiven Einfluss auf unser Leben genommen hat. Vielleicht erinnern wir uns aber nicht nur an die Freundlichkeit, sondern auch an die strenge Disziplin, die uns unser Lehrer in der Schule abverlangt hat. Auf der anderen Seite gibt es sicher genauso viele Menschen in unserem Leben, an die wir uns nur mit Schmerz oder Unbehagen erinnern.

Wie steht es jedoch mit uns selbst? Lernen unsere Kinder denn von uns etwas, das sie für ihr späteres Leben stärkt und formt? Wir wollen stets, dass unsere Kinder zu starken, klugen, selbstbewussten, fähigen und reifen Erwachsenen werden. Und noch mehr als das: Wir möchten, dass sie im Glauben wachsen und Jesus als ihren Herrn und persönlichen Erlöser annehmen. Wir wollen, dass unsere Kinder in uns die Liebe Jesu erkennen, und wie unser christlicher Glaube unser Leben beeinflusst. Eine gute Frage, die wir uns als Eltern, Lehrer oder generell stellen können, lautet: „Auf welche Art helfe ich den Kindern, die ich kenne, dabei, in Begeisterung für Jesus und seine Liebe für sie aufzuwachsen?“ Immer wenn Gottes Wort und Gottes Wege gelehrt werden und darüber mit Autorität und Überzeugung gesprochen wird, dann können unsere Kinder und andere darin mit Erstaunen Gottes Liebe für sie in seinem Sohn Jesus erkennen.

Jesus hat sich nicht seiner Autorität und Göttlichen Macht bedient, um die Menschen zu kontrollieren. Vielmehr kam er in die Welt, um die Menschen zu befreien. Daher wollen wir uns ihm nähern mit gläubigem Vertrauen, damit er uns von den bösen Geistern befreien kann, die uns so häufig vom Gebet abhalten und verhindern, dass wir lieben und unseren Segen mit anderen teilen, oder die die negativen Gefühle in uns Überhand nehmen lassen, wie Furcht, Zwänge, Selbstsucht, Ärger, Missgunst und Feindseligkeit. Der Herr sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Jesus sollte eine Quelle der Befreiung für uns sein. Möge Jesus uns von all diesen Geistern befreien, die uns taub, stumm, blind, lahm und gelähmt machen, physisch wie spirituell. Jesus bringt diese Kraft zu uns durch Wort und Sakrament. Christus hat die Macht über sämtliche Dämonen, ob sie Abhängigkeit, Herzweh oder heimliche Sünde heißen. Welche Ketten ihr auch immer haben mögt: Christus kann sie sprengen und es verlangt ihn danach, es zu tun.

Es sind vor allem drei Gründe, warum Menschen über Jesus staunen: Er lehrt aus dem Herzen und nicht nur aus dem Kopf. Er konzentriert sich auf den Geist und nicht nur auf die Buchstaben des Gesetzes und er bewirkt eine positive Veränderung im Herzen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer. Meine lieben Freunde, nun kommt unsere Herausforderung: Unser Glaube darf nicht eingeschlossen bleiben in den vier Wänden unseres Herzens. Vielmehr tragen wir die Verantwortung, ihn zu teilen, indem wir das Wort Gottes vor allem mit jenen teilen, die es so nötig brauchen. Verpflichten wir uns selbst, das Wort Gottes zu lesen, zu studieren, damit zu beten, es zu leben, zu teilen und zu feiern. Dadurch werden wir zu Boten des Wortes Gottes. Amen.
Lg
P Dominic